Je häufiger sich jemand nachts bewegt, desto mehr Arbeit leistet der Schaum – und desto schneller zeigt sich, aus welcher Klasse er stammt. Einfacher Schaumstoff ist flächenelastisch. Er weicht als ganze Platte aus, kehrt langsamer in die Ausgangsform zurück und behält nach Monaten eine Vertiefung dort, wo am meisten Gewicht lag. Orthopädischer Kaltschaum ist punktelastisch: Nur die belastete Stelle gibt nach, der Rest bleibt tragfähig, und nach dem Aufstehen richtet sich die Fläche wieder auf. Dazu ist er offenzellig, lässt also Luft und Feuchtigkeit durch, statt sie zu halten. Diese Unterscheidung ist der einzige Punkt der Liste, den man nicht durch bessere Werte ausgleichen kann.
Bleibt das Raumgewicht, bei uns RG 35–40. Der Wert beziffert die Menge an Material pro Kubikmeter und damit die Zeit, über die der Kern seine Rückstellkraft behält. Er misst die Güte innerhalb einer Klasse und beantwortet die Klassenfrage nicht mit.
Der dritte Punkt ist der Stoff, und dort trennt sich am deutlichsten, wofür ein Hersteller Geld ausgibt. Kunstfaser glänzt, fasst sich kühl an und hält Wärme zurück, sobald eine Decke darüber liegt. Bei uns liegt Baumwolle im Köpergewebe auf, 260 g/m², genäht in Deutschland. Der Stoff wurde vor der Konfektion gewaschen und sanforisiert; er behält deshalb im Gebrauch seine Maße. Der Rundum-Reißverschluss läuft einmal komplett um die Matratze; der Bezug lässt sich damit in einem Zug abziehen und landet tatsächlich in der Maschine, statt es theoretisch zu können. In über zwanzig Jahren ist der Verschluss nicht als Schwachstelle aufgefallen.
In München fällt an: der Zuschnitt jedes Sondermaßes und das Beziehen von Hand – bei Sondermaßen ausnahmslos, bei den laufenden Größen zu einem Teil. Danach sieht sich jede fertige Matratze noch einmal jemand an, bevor sie in den Karton geht.