Eine einzige Frage entscheidet über alles Weitere: Kaltschaum oder Schaumstoff. Einfacher Schaumstoff arbeitet flächenelastisch – die Liegefläche senkt sich als Ganzes, sobald Gewicht darauf kommt. In Seitenlage merkt man das an Schulter und Hüfte: Sie sacken ab, dazwischen bleibt die Lendenwirbelsäule ohne Auflage. Orthopädischer Kaltschaum arbeitet punktelastisch. Jede Zelle reagiert für sich, das Material weicht unter dem Druckpunkt zurück und trägt daneben unverändert weiter. Auf 90 cm Breite liegt man mittig und ohne Ausweichmöglichkeit – die Stützwirkung muss also über die volle Nacht halten, nicht nur in der ersten Stunde.
RG 35–40 ist die Zahl, nach der in Vergleichen zuerst gefragt wird. Sie beziffert die Substanz pro Kubikmeter und damit, wie viele Jahre die Stützkraft trägt. Beschrieben wird damit eine Güte innerhalb der Klasse, nicht die Klasse selbst: Ein dichter Weichschaum bleibt ein Weichschaum.
Der Bezug ist die Stelle, an der im Handel am leisesten gespart wird. Kunstfaser transportiert Schweiß nicht ab, sondern hält ihn zwischen Haut und Stoff; darunter steht die Wärme. Wir setzen Baumwolle ein, Köper mit 260 g/m², konfektioniert in Deutschland. Vorgewaschen und sanforisiert heißt: Nach dem ersten Waschgang stimmen die Maße noch, und an den Faltkanten spannt nichts. Der Rundum-Reißverschluss führt einmal ganz herum, der Kern kommt in einem Zug heraus. Beschwerden über den Verschluss haben uns seit 2002 nicht in nennenswerter Zahl erreicht.
Drei Bauteile, von denen keines allein etwas beweist. Erst im Zusammenspiel entsteht eine Matratze, auf der man ein Jahr später noch genauso liegt wie am ersten Abend. Sondermaße entstehen ausnahmslos in der Werkstatt, bei den Serienmaßen ein Teil davon. Was das Haus verlässt, hat vorher jemand aufgeklappt und angesehen.